Der richtige Dünger

Welcher Dünger für was?

Organischer Dünger

Unter organischem Düngern kann man alles verstehen, was auf pflanzlicher oder tierischer Basis beruht. Dazu gehören Kompost oder Teile von Tieren, wie Hornspäne oder Schafwolle. Für Gartenerde, wie auch für Kübel einsetzbar. Möglicher Nachteil: Wirkt langsamer als mineralischer Dünger, weil er erst zersetzt werden muss. Lösung: Kombination mit mineralischen Düngern um eine rasche Wirkung zu erzielen oder leicht zersetzbare organische Dünger einsetzen.

Mineralischer Dünger

Mineralischer Dünger wirkt schnell und ist in fester oder flüssiger Form erhältlich. Beide Formen sind zu empfehlen, die richtige Dosierung ist jedoch zu wählen. Möglicher Nachteil: Überdüngung durch zuviel Düngereinsatz. Das Wachstum kann im Extremfall beschränkt werden, was aber eher selten ist. Weiterhin kann von den Pflanzen ungenutzter Stickstoff ausgewaschen werden, weil dieser im Boden leicht beweglich ist.

Umhüllter mineralischer Dünger

Für Blumenkästen sehr zu empfehlen, da man sich nach einmaliger Düngung zur Pflanzung um nichts mehr kümmern muss. Die runden Kügelchen bestehen aus Kunstharz, welcher die Mineralien beinhaltet. Diese Nährstoffe werden über ein bis mehrere Monate freigegeben, je nach Dicke der Umhüllung und nach Außentemperatur. Je wärmer, desto schneller. Auf der Packung findet man Angaben zur Dauer der Wirksamkeit.

Blaukorn für alles?

Blau gefärbter, mineralischer Dünger wird oft Blaukorn genannt. Die Hauptnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kali (K) sowie Magnesium und Schwefel sind enthalten, decken in Blumenkübeln aber langfristig nicht den kompletten Nährstoffbedarf ab. Es braucht auch Spurennährstoffe, die zum Beispiel über das Gießen mit Flüssigdünger abgedeckt werden können (Beispiele für Marken: Substral oder Wuxal). In der Inhaltsbeschreibung findet man dann auch Eisen oder Mangan, die zwar in nur sehr geringen Mengen von der Pflanze gebraucht werden, aber meist essentiell sind. Von Vorteil ist der darin enthaltene komplexbildner EDTA, weil dann die Nährstoffe nicht in der Erde festgelegt, und somit immer pflanzenverfügbar sind. Von reinen N-P-K-Mineraldüngern können diese nicht abgedeckt werden, eher noch von organischen Düngern.

In gewachsener Erde sind in Deutschland meist ausreichend Spurennährstoffe enthalten, insbesondere wenn auch organisch mit Kompost, Asche etc. gedüngt wird. Deren Verfügbarkeit hängt vom pH-Wert des Bodens ab, meistens ist diese jedoch gegeben.

Ich dünge nicht, und die Pflanze wächst trotzdem

Ja, Pflanzen wachsen auch ohne zusätzliche Düngung. Irgendwoher kriegt die Pflanze aber Nährstoffe, sonst würde sie nicht wachsen. Das heißt, dass in der Vergangenheit gedüngt wurde und daher noch Vorräte im Boden sind. Auch in der Blumenerde sind herstellerseits Nährstoffvorräte mitgegeben worden, die aber nur ein paar Wochen reichen. In sehr geringem Maße wird mineralischer Stickstoff auch bei Gewittern erzeugt, was für ein Minimalwachstum aber reichen kann. Auch bestimmte Pflanzenarten können den Luftstickstoff pflanzenverfügbar machen, z. B. der Klee. Arbeite ich den Klee in den Boden ein, habe ich ihn gedüngt und eine andere Kultur kann damit wachsen.

Ich kenne auch Menschen, die meinen sie bräuchten nicht zu düngen, denn sie nähmen ja Kompost. Kompost ist ein Düngemittel, also düngen sie!

Neben den Mineralien sind stets auch genügend Sonne, Wasser und Kohlenstoffdioxid wichtig. Jeder der genannten Faktoren kann sich bei einem Mangel begrenzend auf das Wachstum der Pflanzen auswirken. Es braucht somit alle Faktoren zusammen, um grünes Leben entstehen zu lassen!

Fazit

Nicht nur in der Landwirtschaft, auch im Kleingarten oder auf dem Balkon gilt es, das richtige Maß zu halten. Keine Düngung führt oft zu Minderwachstum oder Mangelerscheinungen. Zu viel Düngung belastet immer den Geldbeutel, manchmal auch die Pflanze und die Umwelt. Während gewachsene Böden durchaus genug Vorräte an Nährstoffen haben können, ist eine zusätzliche Düngung bei Kästen und Kübeln unabdingbar.