Bodenhilfsstoffe und Komposte

Bodenhilfsstoffe und Komposte – Sinn oder Unsinn?

Was sind Bodenhilfsstoffe und was bewirken sie?

Bodenhilfsstoffe können einzelne oder kombinierte (positive) Wirkungen auf Böden haben.  Das Endziel ist meist mehr Ertrag und eine bessere Qualität.

Es wird z. B. mit besserer Wasserhaltekraft des Bodens geworben oder mit einem positiven Effekt auf die Bodengesundheit welcher zu gesünderen Pflanzen und damit zu einer reicheren Ernte führen soll. Auch sollen Wetterextreme wie z. B. zu viel oder zu wenig Wasser abgepuffert werden. Ob und wie stark deren Einsatz sich auf die Boden- und Pflanzengesundheit tatsächlich auswirken ist sehr unterschiedlich. Die Effekte sind vor allem abhängig vom Niederschlag, der Temperatur, der Bodenart, dem Bodentyp oder anderen Faktoren.

Die Produkte können z. B. Huminstoffe sein, auf Kompost basierende Produkte, Superabsorber, Mikroorganismen, Holzkohle etc. .

Je trockener das Klima und der Boden, desto eher kann z. B. ein Superabsorber seine Vorteile zeigen.

Eine optimal aufgedüngte (torfbasierte) Blumenerde wird z. B. mit einem Huminstoff kaum zu verbessern sein. Der Humusgehalt ist bereits sehr hoch und das Luft-Wasser-Verhältnis schon optimal im Vergleich zu gewachsenen Böden. Ein Superabsorber kann bei seltenem Gießen jedoch durchaus in gewissen Grenzen hilfreich sein.

Im Hobbygartenbau ist der Einsatz solcher Produkte in der Regel unproblematisch. Ob das Produkt wirkt, oder nicht kann der Hobbygärtner in der Regel nicht erkennen. Ihm fehlt meistens der Vergleich. Einen ordentlichen Vergleich kriege ich nur, wenn ich Pflanzen mit Produkteinsatz mit Pflanzen ohne Produkt vergleiche. Dann gilt es Höhe und Größe der Pflanzen, des Wurzelwachstums, der Blütenanzahl, der Anzahl, Masse und Größe der Früchte etc. zu erfassen und die Werte zu vergleichen. Jehr mehr Pflanzen ich miteinander vergleiche, desto valider das Ergebnis. Was ich hier beschreibe ist immerhin ein machbarer Praxisversuch. Bei professionellen Versuchen ist die Mindestanzahl der Pflanzen in der Behandlung und in der Kontrolle vorgegeben. Jeder Unterversuch muss dann auch mindestens dreimal (besser mehr) wiederholt werden. Die Praxis zeigt jedoch, wer einen Boden- oder Pflanzenhilfsstoff einsetzt, der sieht meist auch Effekte. Ob diese tatsächlich da sind, ist eine andere Frage…

Im Profianbau ist der Einsatz von Bodenhilfsstoffen im Prinzip auch unproblematisch, jedoch gilt es genau zu rechnen, ob sich der Einsatz lohnt und was die Alternative zu dem Produkt sein könnte. Auch ist auf die Düngeverordnung und die Bioabfallverordnung (kompostbasierte Produkte!) zu achten.

Oft hilft der Pflanze bereits eine optimierte Düngung, so dass diese gut wächst. Auch weitere Parameter wie z. B. Wasserversorgung gilt es stets zu optimieren so dass sich der Einsatz zusätzlicher Stoffe erübrigt.

Ein gut durchgerotteter und oft gewendeter Kompost ist ebenfalls hilfreich um a.) den Humusgehalt des Bodens zu erhöhen b.) Wasser besser im Boden zu halten c.) bodenbürtige Krankheiten zu unterdrücken und andere positive Effekte hervorzurufen. Einen solchen Kompost kann man sich auch selbst herstellen. Komposte von Kommunen erhöhen sicherlich den Humusgehalt und führen auch oft zu positiven Effekten. Leider haben meiner Ansicht nach viele Kommunen ihre Kompostierprozesse nicht richtig im Griff. Der Kompost für ist teilweise nicht richtig durchgerottet und der Kompostierprozess war teilweise anaerob, was eine entsprechende für den Boden unerwünschte Besiedlung mit anaeroben Mikroorganismen mit sich bringt, bzw. Mikroorganismen, die Fäulnis aushalten. Auch wird häufig sehr heiß kompostiert, so dass nur die hitzevertragenden Mikroorganismen überleben und der Rest vermutlich abstirbt.

Ich empfehle für eine Eigenkompostierung daher den Goldstandard, der in Österreich gelehrt wird. Die Kurse richten sich sowohl an Profis, wie auch an Hobbygärtner: http://www.landmanagement.net/ .